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Panamericana - diese Route spukt schon seit meinem 18. Geburtstag in meinem Kopf. Dabei geht es nicht um das reine Abfahren sondern um das Entdecken des Kontinents. Nun, kurz vor meinem 60. Geburtstag wird dieser Traum tatsächlich Wirklichkeit.Den Job beendet und die lange Suche nach einem geeigneten Fahrzeug wurde belohnt - der Unimog ist startklar und hat sich auf der Testreise 2014 auf Island bestens bewährt. Jetzt kann es mit friends und family im Mai 2015 endlich losgehen. D.h. ich bin immer an Bord, die Crew wird wechseln und es gibt auch Strecken auf denen ich alleine unterwegs bin.

Sonntag, 13. November 2016

CHILE - bereits Chile. Theoretisch nur noch zwei Länder, Argentinien und Uruguay, die zu bereisen sind. Theoretisch, weil zwischen Chile und Argentinien wird es einige Male quasi im Zickzack hin und her gehen. Aber jetzt bin ich erst mal in San Pedro de Atacama - vor elf Jahren bin ich schon einmal hier gewesen und es gefällt mir immer noch nicht so richtig. Zu viel "aufgesetzter" Hippie-Flair, die ehemals weisse Kirche jetzt schlammbraun und der ewige Wind und Staub. Hinzu kommt auch noch, dass ich beim Versuch meine Mutter anzurufen, im öffentlichen Telefon meine Kreditkarte versenkt habe. Der darauf folgende Kontakt mit der Telefongesellschaft ist eine Story für sich. Erst mal habe ich eine x-beliebige Nummer des Betreibers angerufen und mein Problem geschildert. Daraufhin habe ich eine Telefonnummer der zuständigen Abteilung erhalten. Da war ich erst mal stolz auf mich!! Ein Polizist hat dann für mich bei der Gesellschaft angerufen und die Auskunft bekommen, dass am nächsten Tag ein Techniker kommt und die Karte bei der Polizei abgibt. Das war am Freitag. Am Samstag kam natürlich kein Techniker. Der darauf folgende Anruf bei der Telefongesellschaft ergibt, dass der Techniker einmal in der Woche kommt -aber keiner weiss an welchem Wochentag. Das ist mir zu unsicher - ich lasse die Karte sperren und fahre weiter. Habe keine Lust hier ewig die Zeit totzuschlagen, zumal es nicht viel zusätzliches zu besichtigen gibt. Das Valle de Luna war in der Erinnerung auch schöner als jetzt - viele Aussichtspunkte sind nicht mehr frei zugänglich, geschweige denn dort zu übernachten. Schade - so übernachte ich immer in der Wüste. Dort ist es ruhig und der Sternenhimmel immer wieder grossartig. Über die El Tatio Geysire, hier darf man auch nicht mehr übetnachten, fahre ich auf einer mittlerweile geteerten Strasse nach Kalama. Alles nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Hoffentlich trifft das nicht auf sämtliche Stationen zu, die ich ein zweites Mal sehen werde!!
Allerdings habe ich auch Glück und meine Anfrage für eine Besichtigungstour in der weltgroessten open-pit Kupfermine wurde berücksichtigt. Den Mog kann ich beim Office der Mine parken, dann geht es mit einem Bus zur "Grube" 5km lang, 3km breit und 1km tief.
Sehr beeindruckend, auch wenn man vom eigentlichen Produktionsprozess nichts sieht.
Nachdem ich den Mog noch waschen lassen habe, wann habe ich das letzte Mal dafür 30 EUR bezahlt???, aber das Salz der Lagunenroute musste weg - fahre ich weiter nach Antofagasta. Hier gibt es am Hafen endlich wieder frischen Fisch!!!!!
Südlich von Antofagasta steht in der Atacama-Wüste die Skulptur Mano del Desierte, dort treffe ich auch zwei US-Biker wieder, die ich an der Grenze Peru/Bolivien getroffen habe. Eigentlich möchte ich gleich wieder ans Meer, der nächste Abzweig ist aber erst in 150km. Über eine gut zu fahrende Piste geht's mit flotten 80km/h und entsprechend viel Staub zur Küste. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz sehe ich an einer Bucht einen sandfarbenen MAN stehen. Da muss ich natürlich hin. Anke und Wolfgang sind schon seit drei Jahre in Südamerika unterwegs und freuen sich über meinen Besuch. Ich bleibe noch den nächsten Tag, Lagerfeuer, quatschen.
Die beiden fahren nach Norden, bei mir gehts nach Süden weiter. Wieder durch endlose Wüste bis zum NP Pan de Azucar. Die Strasse vom Nordzugang ist zwar gesperrt, weil eine Brücke  zerstört ist aber der Mog freut sich, wenn er auch mal Uferböschungen überwinden
darf - und der Fahrer auch!!!
Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht sehe ich auf einmal eine Frau am Strassenrand winken. Simon und Irene, die ich schon in Alaska, im Capitol Reef NP und zuletzt auf der Finca Sommerwind getroffen habe , stehen schon in den Dünen und haben mich kommen sehen. Grosses Hallo und wir freuen uns sehr. Das muss natürlich begossen werden. Wir verbringen noch den nächsten Tag zusammen, bevor wir wieder auf getrennten Wegen unterwegs sind. Wir werden uns sicher wieder treffen.

Auf der Weiterfahrt schaue ich noch beim ESA Observatorium "La Silla" vorbei und bekomme tatsächlich für den kommenden Samstag noch einen Termin für eine Führung. Muss halt ein paar Tage "totschlagen", ist aber kein Problem. An jedem Hafen gibts frischen Fisch, dazu tolle Stellplätze um zu grillen.
Die Besichtigungstour im Observatorium war schon toll. Leider alles auf spanisch aber die Technik beeindruckt auch so. Alleine der Spiegel des Very Large Teleskope ist die Wucht.

Danach geht es stramm nach Süden. Jeder der mich kennt weiss, dass ich die Wüste liebe. Aber das letzte Grün habe ich in Ecuador gesehen, und es fehlt mir. Die Landschaft bis Santiago de Chile macht auch nicht viel her und ich mache Kilometer.
Kurz vor Santiago Polizeikontrolle. Wie immer bisher zeige ich erst mal meine einlaminierten Farbkopien, denn die Original Papiere habe ich in der Kabine. Daraufhin brüllt mich einer der Uniformierten an, ich soll sofort aus dem Auto steigen. Das sind keine Originaldokumente!!! Als ich das bejahe und gleichzeitig bitte etwas langsamer zu sprechen, weil mein spanisch nicht so gut ist, droht die Situation zu eskalieren. Die Beamten verstehen nicht, warum ich aus Sicherheitsgründe meine Dokumente nicht im Führerhaus habe - ist Chile vielleicht nicht sicher??? Ausserdem sollte ich meine Spanischkenntnisse verbessern, denn wenn sie in Deutschland seien müssten sie ja schließlich auch deutsch sprechen.Nach eingehender Überprüfung meiner Dokumente darf ich endlich weiterfahren. Vorher fragt mich mein spezieller Freund noch, so als ob nichts gewesen wäre, wieviel mein Fahrzeug denn Wert sei."Benötigt die chilenische Polizei diese Information für ihre Arbeit?" No senor. "Dann ist diese Information auch nicht wichtig und privat. Das kann ich auf spanisch sagen"
Gang eingelegt und weg!!
Eigentlich wollte ich in Santiago noch einen Luftfilter besorgen aber wegen des Feiertags 1.November macht ganz Chile die Brücke. Pech für mich. Ich fahre halt weiter in der Hoffnung in einer anderen Filiale von Mercedes Kaufmann das Ersazteil zu bekomme . Schließlich ist der Filter schon zu Beginn der Reise drin und vor der Carretera Austral möchte ich ihn schon ersetzen.
Durch das Valle Central mit Wein- und Obstanbau komme ich endlich meinem Ziel ,dem Seengebiet von Chile mit seinen Vulkanen, näher. Die Wiesen sind saftig grün und die Flüsse führen Wasser. Dazu blüht der Ginster. Ich hab's schon vermisst!!

Die erste Übernachtung in einem NP an den Anden beginnt gleich mit einer Überraschung:
Über Nacht sind 15 cm Schnee gefallen. Zum Glück scheint die Sonne und die geplante Wanderung muss nicht ausfallen. Allerdings hätte ich mir meine erste Tour im Schnee schon auf Ski vorgestellt.
Valle de la luna
 r

c

Kupfermine Chuqicamata
Treffen mit Anke und Wolfgang


Unerwartetes Treffen mit Simon und Irene



der Suizandina Lodge bei Malcalhuello quartiere ich mich einige Tage ein. Abendessen in der Lodge, saubere Duschen,  wifi am Stellplatz - Luxus. Simon und Irene sind einen Tag vorher abgereist,  schade.
 Bei der geplanten Wanderung auf den Vulkan Lonquimai stelt sich heraus,  dass fast der komplette Vulkan schneebedeckt ist. Also andere Klamotten anziehen und die Skiausrüstung heraus. Unverhofft kommt oft. Ich bin ganz alleine. Die letzten 200 Höhenmeter muss ich die Ski auf den Rucksack schnallen und zu Fuß den Gipfelgrat mit wechselnd Schnee und Geröll bezwingen . Mühsam aber lohnend. Toller Ausblick und eine
 Firnabfahrt vom feinsten.
Der nächste Tag beschert mir 200 km Fleissaufgabe: Die letzten km meiner Route führt durch einen Tunnel - nur durch die 2,20m Höhe kommt der Mog nicht mal ansatzweise durch. Return to sender!
Schließlich erreiche ich doch noch Villarica, kaufe in der Bäckerei Rostock frisches Brot und Brezn !!!!!!!, übernachte direkt am See mit Blick auf den Vulkan auf den ich am nächsten Tag gehen will.
Bis zum Schnee muss ich die Ski erst mal 1/2 Stunde tragen bevor es eine Rinne hoch geht. Dann Überraschung: an der Bergstation des Skiigebiets , ungefähr auf halber Höhe, wird doch tatsächlich die Ausrüstung kontrolliert. Der Villarica ist ein aktiver Vulkan und es besteht Helmpflicht. Hab ich natürlich nicht dabei, auch weil ich weiss, dass sich ein "Auswurf" immer rechtzeitig ankündigt und man da halt nicht unbedingt am Krater stehen sollte. Dem Ranger erkläre ich, dass ich ein erfahrener Skitourengänger bin und er lässt mich weiter, allerdings nur unter der Bedingung, dass ich 200hm unter dem Krater abbreche. Also Gipfelverbot. Schade aber besser als nichts. Wenigstens entschädigt die Abfahrt über die steilen Firnhänge.
Nach einer Dusche fahre ich weiter zum NP Huerquehue. Dortmache ich am nächsten Tag eine schöne Wanderung - Kontrastprogramm.






Tour auf den Lonquimai







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