Die Crew

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Panamericana - diese Route spukt schon seit meinem 18. Geburtstag in meinem Kopf. Dabei geht es nicht um das reine Abfahren sondern um das Entdecken des Kontinents. Nun, kurz vor meinem 60. Geburtstag wird dieser Traum tatsächlich Wirklichkeit.Den Job beendet und die lange Suche nach einem geeigneten Fahrzeug wurde belohnt - der Unimog ist startklar und hat sich auf der Testreise 2014 auf Island bestens bewährt. Jetzt kann es mit friends und family im Mai 2015 endlich losgehen. D.h. ich bin immer an Bord, die Crew wird wechseln und es gibt auch Strecken auf denen ich alleine unterwegs bin.

Freitag, 12. Mai 2017

Von Salta fahren wir noch ein Stück weiter nach Purmamarca. Auch hier wieder sehr schöne farbige Felsformationen. Allerdings sind wir durch die letzten Wochen schon verwöhnt und kürzen daher diese Schleife ab, um nochmals nach Salta zurückzufahren. Dort treffen wir auch nochmals Marita und Jan und haben es nochmals lustig.

Dann geht es auf einige Fahretappen Richtung Osten zum NP Ibera. Der Mog entwickelt sich zum Abschleppdienst, wir nehmen einen Argentinier mit Getriebeschaden bis zur nächsten Ortschaft an den Haken. Der NP empfängt uns mit drei Tagen Dauerregen. In einer Regenpause machen wir noch einen Bootsausflug, sehen Wasserschweine, Vögel und Kaimane. Allerdings legt sich die Euphorie über die Wasserschweine, als wir eine ganze Gruppe nach unserer Ankunft auf dem Campingplatzgelände grasen sehen.

Am Karsamstag erwischt es uns dann doch noch: nach fast 80.000km der erste Reifenschaden. Ironischerweise auf dem Parkplatz einer Tankstelle. Während der Fahrt lässt der Luftdruck nach und auch nach dem Aufpumpen verlieren wir hinten Reifendruck. Anhalten - Hörtest und tatsächlich pfeift es. Wir sind in der Nähe einer Stadt, finden aber keine geöffnete Werkstatt. Als ich an einer Tankstelle frage, lotst uns ein freundlicher Brasilianer zu einer kleinen Werkstatt, wo man uns weiterhilft. Der Mechaniker ist recht fix und nach 1 3/4 Stunden ist der geflickte Reifen wieder montiert. Es hat einen spitzen Stein durchgedrückt. Na ja, die hinteren Reifen haben auch nicht mehr viel Profil.

Am nächsten Tag fahren wir auf einer überschwemmten und aufgeweichten Piste nach Posadas. Das bedeutet auch für den Mog nochmals eine deutliche Herausforderung. Dauereinsatz von Allrad, den Luftdruck auf 1,5 bar gesenkt und froh über die hohe Bodenfreiheit. Wir werden heute die einzigen sein, die hier gefahren sind. Letztlich hats natürlich Spass gemacht obwohl die Piste zeitweise an einen See erinnert hat. Beinahe hätten wir auch noch einen Kaiman im Wasser überfahren.

Nach Posadas fuhren durch  die Provinz Missiones, hier gibt es noch viele ehemalige Jesuitensiedlungen. Von dort dann zu den Wasserfällen von Iguazu, die wir sowohl auf der argentinischen als auch auf der brasilianischen Seite besuchen. Allerdings wars am Ostermontag eher ein "Besichtigungsstehen".

Von Iguazu dann durch Parana nach Florianopolis, um noch einige Strandtage einzulegen. Ist uns auch gelungen, allerdings auf Kosten von vielen Moskito- und Black Fly-Stichen. Obsttechnisch war Brasilien eine Offenbarung: Mangos, Papayas, Ananas, Guaven,Maracuja......Ich musste bei jedem Obststand auf Marions Aufschreie achten und anhalten.

Von hier an der Küste Richtung Süden, der Verschiffungstermin naht und wir haben auch mit Bine und Wolfgang Kontakt, die wir nochmals treffen wollen. In Cassino übernachten wir direkt am Strand und fahren dann über 200km auf festem Sand direkt am Strand nach Süden. Menschenleer, ab und zu eine tote Schildkröte oder Robbe.

Kurz vor Chui, der Grenzstadt von Brasilien und Uruguay, verlassen wir den Strand und suchen Asphalt. Der Grenzübertritt ist total tranquillo und schon sind wir im letzten Land der Reise. Bei Punta de Diablo finden wir noch einen wunderschönen Platz auf einer kleinen Klippe direkt über dem Strand. Und genau dort findet uns dann Eva, eine Freundin von Marion die mit dem Rucksack unterwegs ist. Reiner Zufall, wir wussten, dass sie in Argentinien unterwegs ist - haben aber nichts abgesprochen. Wieder mal kleine Welt.

Gemeinsam mit Eva fahren wir nach Cabo Polonia. Wir dürfen leider mit dem eigenen Fahrzeug nicht in den NP und übernachten etwas weiter am Strand. Als wir am nächsten Tag Internet haben stellen wir fest, dass Bine und Woolfgang nur 50 km entfernt sind. Ein Klacks. Grosses Hallo als wir die beiden auf dem Campingplatz besuchen. Das letzte Treffen war am Lago Blanco in Feuerland.
Am nächsten Tag machen wir einen Reitausflug nach Cabo Polonia und dann müssen wir uns fast beeilen, um nach Montevideo zu kommen.

Zuerst gehen wir zum Büro des Hafenagenten, stellen fest, dass unser ursprüglich gebuchtes Schiff Verspätung hat, das vorhergehende aber auch noch nicht eingetroffen ist. Jetzt mussten wir noch in Windeseile Seabridge in Düsseldorf kontaktieren, damit die Umbuchung von Grimaldi veranlasst wird. Donnerstagnachmittag 16.00 MESZ!!!!! Letztlich hat es geklappt - dem Skype-Guthaben sei gedankt und der Mog ist jetzt auf der Grande Nigeria nach Hamburg unterwegs.

So konnten wir entspannt unser Hotel in Montevideo beziehen, für den nächsten Tag die Fahrt mit Bus und Fähre nach Buenos Aires buchen und noch essen gehen.

Buenos Aires haben wir am Folgetag schon mittags erreicht. Unser Hotel in der Innenstadt war ideal in der Nähe des Obelisken gelegen und damit ideal für die Unternehmungen in der Riesenstadt. Highlight - der Flohmarkt  am Sonntag in San Telmo.

Ja und dann war es so weit - Rückflug über Sao Paulo und Lissabon nach München wo uns die WG von Marion , Hannah und Jonas sowie die Eltern von Jonas mit Weissbier begrüsst haben.
An der Beziehung zwischen Hannah und Jonas bin ich "schuld" - auch ein Nebeneffekt einer langen Reise.

Die Frage nach dem besten, schönsten Reiseland lässt sich nicht beantworten. Es war alles einzigartig.
81.000 km von Lindau - Alaska-Ushuaia-Salta - Montevideo
 


Wasserfall anstehen am Ostermontag









Sandverwehungen auf der Strandstrecke

Sonntag, 2. April 2017

Auf dem Campingplatz in Coyhaique treffen wir Christian, einen österreichischen Koch, der mit seinem Landy unterwegs ist. Er kocht gerade, so wie es aussieht,  für die nächsten Wochen vor und kann seinen Pürierstab voll einsetzen. Geht halt nichts über gute Ausrüstung.

Wir machen mal wieder "klar Mog", kaufen ein und dann geht's auf der Carretera weiter.
seit langer Zeit beginnt es wieder zu regnen und zu allem Überfluss erwische ich noch eine
total gemeine Infektion, die mich absolut flachlegt. Zum Glück hat Marion Antibiotika mitgenommen. Während der vier Tage die ich liege regnet es fast ununterbrochen. Als wir schliesslich weiterfahren ist die Strasse erst mal wegen Erdrutschen gesperrt. Am späten Nachmittag können wir weiterfahren und Marion geht noch in die Termas von Potahuaipi.
Dort übetnachten wir auch - wollen wir. Um 21.30 versucht ein Fahrzeug neben uns zu starten - vergeblich. Schliesslich klopft der Besitzer bei uns und bittet um Hilfe. Allerdings meint er es liegt am Chip seines Schlüssels. Ich sage ihm, dass ich davon keine Ahnung habe und ausserdem nicht gesund bin. Okay - allerdings haben sie ein kleines Kind dabei und richten sich für die Nacht ein. Schlechtes Gewissen, ich ziehe mich an und biete an, das Auto anzuschleppen. Also Abschleppgurt raus - es funktioniert nicht und nachdem der
Hyundai eh schon am Haken ist, fahren wir in die nächste Ortschaft und liefern die drei an der Tankstelle ab. Es ist weit nach Mitternacht, bis wir am Fjord einen Übernachtungsplatz finden. Am nächsten Tag treffen wir die Familie nochmals. Sie bedanken sich nochmals überschwänglich  - hat sich doch gelohnt.

Okay, ich hätte das Auto der Policia nicht überholen sollen. Aber das Fahrzeug der Ordnungshüter konnte auf der Carretera Austral einfach nicht mit dem Tempo des Mog
Schritt halten. Als sie dann noch hinter einem LKW blockiert waren habe ich die nächste Chance genutzt. Dummerweise war die Senke mit Wasser gefüllt und das Polizeiauto bekam eine braune Dusche ab. Sirene, Blaulicht, rechts anhalten - der LKW fährt natürlich vorbei. Die Polizisten wollen natürlich erst mal die Papiere sehen und fragen warum ich überholt habe. Für mich war die Strasse übersichtlich. Ja, aber in Chile darf man vor Kuppen nicht überholen. OK. Bei dieser Belehrung bleibt es, kein Wort wegen mutwilliger
Beschmutzung des Dienstfahrzeugs. Nochmals gut gegangen!!

Bald überqueren wir wieder einmal die Grenze nach Argentinien.  Mit Clemencia und Jürgen haben wir ausgemacht, dass wir uns am Campingplatz von Nanty Fall treffen.  Die drei, mit Neuzugang Hund Shanty, sind schon da und wir freuen uns sehr über das Wiedersehen. Als wir am nächsten Tag nach einer kleinen Wanderung zuirückkommen fährt hinter uns ein G Mercedes  - Pia und Holger, die ich zuletzt in Peru gesehen habe. Grosses Hallo und wir freuen uns sehr. Die nächsten Tage sind ausgefüllt mit viel Gequake, gemeinsamen Essen und viel Spass. Sogar der auf dem Platz befindliche Pizzaofen wird eingesetzt. Nach vier schönen Tagen müssen wir uns leider trennen.  Schön wars.

Für uns geht's weiter nach El Bolson, dort besuchen wir Claudia und Klaus bei denen wir unsere Mercosur Versicherung abgeschlossen haben auf ihrer Farm. Jetzt haben wir auch unsere Originalpolice . In Bariloche kaufen wir Schokolade und besuchen eine Cerverceria die grandioses Weissbier im Angebot hat. Danach haben wir gleich auf dem Parkplatz übernachtet.

Nach einem Bummel und San Martin des los Andes machen wir einen Abstecher zu den
Termas von Quini,  einem heißen Wasserfall, der mehrere Becken im Wald speist. Hier treffen wir auch Katharina und Lutz die mit ihrem Landcruiser schon seit drei Jahren in Südamerika unterwegs sind. Von ihnen erhalten wir wertvolle Informationen zu unserer weiteren Reise. Dann geht's 12 km 4WD Strecke zurück und 40 km Ripio bis wir wieder auf der R 40 sind. Auf dem Weg nach Norden machen wir immer wieder Abstecher abseits der Hauptroute.

Auf einem alten Stück der R40 mit toller Sand- und Kiespiste erreichen wir den Zugang zur Laguna Diamante auf 3600m Höhe. Unbeschreiblich schön. Hier übernachten wir bei einem wunderschönen Sternenhimmel. Wieder sind wir auf Nebenstrecken unterwegs, bis Mendoza erreichen. Großstädte sind immerStress und wir brechen die Suche nach einer Lavanderia ab. Über eine enge Passstrasse erreichen wir Uspallata. Hier wurde der Film 7 Jahre inTibet gedreht. Natürlich wieder mal Wahnsinnslandschaft.

Schließlich erreichen wir Rodeo an der Costa del Viento, einem Surferparadies.  Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz sehe ich an einer Bucht einen weißen Sprinter .
Marita und Jan, die ich zuletzt in Cartagena gesehen habe. Wir bleiben natürlich dort. Die nächsten 2 1/2 Wochen werden wir zusammen reisen.

Unser Highlight wird eine ehemalige Etappe der Rallye Dakar durch einsame Flussbetten und Hochebenen zum Paso Pircas Negra,  nach einem Einkaufs- und Tankstop in Copiapo, Chile, wieder einsam entlang von Lagunen, durch eine Mine, die wir nur mit Begleitfahrzeug durchfahren dürfen zum Paso San Francisco. Atemberaubend - einfach die Bilder ansehen.

Wir haben richtig Spaß zusammen, kochen gemeinsam,  haben Lagerfeuer wo immer es geht, machen einen Movieabend mit Popkorn und haben zum Glück genügend Wein dabei.
Im Valle de Tafi machen wir eine Wanderung bevor es durch hochgelegene Weinanbaugebiete nach Cafayate geht. In der Umgebung fühlen wir uns plötzlich nach Utah versetzt. Überall rote Felsen und Schluchten. Hier trennen wir uns wieder. Die beiden haben noch mehr Zeit als wir. So langsam müssen wir an den Rückverschiffungstermin denken. Schön wars mit  euch beiden.

Marita und Jan kann man auf ihrer Homepage www.majanta.net verfolgen. Sehenswert.

Für uns geht es durch wiedermal spektakuläre Landschaft nach Cachi und durch Kakteenlandschaft nach Salta. Hier gibt's dann auch wieder mal Nightlife.  Clemencia hat uns ein  tolles Lokal mit Livemusik empfohlen. War ein Volltreffer. Gutes Essen, gute Musik und Stimmung.










Im NP Los Alerces


Wanderung auf den Cerro Falkner



Laguna Diamante



Früstücksplatz mit Aussicht








Warten auf den ADAC,wegen der Kälte machen wir die Motorhauben auf









Mittwoch, 15. Februar 2017



Das ursprüngliche "Ziel" Feuerland und Ushuaia ist nach 68000 km erreicht, aber es stellt sich keine finale Euphorie ein, eher ein ungläubiges Staunen diese Riesenstrecke bereist zu haben.
Es macht aber nach wie vor Spass, sich in Südamerika aufzuhalten. Nachdem ich mit Marion im NP Tierra del Fuego ein paar Tage verbracht habe, geht es für uns jetzt immer nach Norden. Für mich bedeutet das Patagonien reloaded, denn wir werden die schönsten Teile nochmals gemeinsam entdecken. Also Torres del Paine, Perito Moreno Gletscher, Fitz Roy und Torres del Paine als Highlights nochmals. Aber auch den zauberhaften Lago Blanco an dem ich dann schon dreimal übernachtet habe und der immer wieder schön ist.
Hier treffen wir auch Traudl und Peter aus Hard/Vorarlberg mit ihrem Toyota Landcruiser.
Etwas später in Puerto Natales dann Petra und Robert mit ihrem Unimog und Peter aus
Traunstein mit seinem MAN. Wir werden uns die nächste Zeit immer  wieder treffen und später mit Anita und Roger mit dem Bucher und Cornelia und Stefan  auf Unimog manchen netten, jedoch immer noch kühlen Abend verbringen.
Mein Geburtstag hat noch eine nette Überraschung parat: Nachdem wir in El Chalten nachmittags noch Wasser getankt haben wollen wir noch ein Stück nach Norden. Auf dem Ripio der Routa 40 lasse ich Luft ab und dann ist auf den Hinterrädern auf einmal gar kein Luftdruck mehr. Luftdrucksensor defekt? Reifenpanne? Als ich anhalte sind beide Hinterräder platt. Eines hat noch etwas mehr Luft. Also Reservereifen vom Dach, Schrauben lockern und als ich den Wagenheber ansetze sehe ich, dass von der Luftdruckanlage beide Zuführungen ab sind. Also kein Reifenschaden. Das ganze zurück, mit Hilfe eines Argentiniers wuchten wir den Reservereifen wieder aufs Dach und zum Glück habe ich einen Extraschlauch zum Befüllen der Reifen aus dem Luftdruckzylinder.
Jetzt sind  wir wieder fahrbereit und es ist schon nach 20 Uhr. Am nächsten Tag stellen wir fest, dass gleichzeitig zwei Schrauben der Luftdruckregelanlage gebrochen sind - ohne sichtbare Anzeichen einer Fremdeinwirkung. Det Ersatz wird spannend, eine Hohlschraube
gibts im Ersazteilladen, die grössere ist nicht erhältlich. Aber wir sind in Argentinien, dann wird eben aus einer M 8,8 eine passende Hohlschraube gefräst. Als wir das Teil am späteren Abend bekommen passt und funktioniert alles. Es kann weitergehen!!!!
Über traumhafte Landschaft gehts nochmals über den Paso Raballo nach Chile, dort übernachten wir. Als wir am nächsten Morgen weiterfahren treffen wir Traudl und Peter, die nur 400m von uns entfernt übernachtet haben.

Dann begleitet uns der türkisfarbene Rio Baker bis nach Puerto Tranquillo,, von hier aus machen wir noch einen Abstechet ins Valle Exploredares. Dann weiter nach Cerro Castillo wo wir eine wunderschöne Wanderung zur Laguna machen. In den lezten Tagen wurde es immer wärmer und als wir in Coyhaique ankommen kratzen wir die 30 Grad. Und der ewige Wind ist weg!!!!! Marion wechselt von Jeans auf Sommerkleid und kann ihren Freundinnen
auch mal Sommerbilder schicken.


Sie haben ihr Ziel erreicht

Idylle am Lago Blanco

Wildes Patagonien

Der Wind kommt nur aus einer RIchtung





Paso Raballo


Rast am Rio Baker

Cerro Castillo, da gehts morgen rauf

schicken.