Die Crew

Mein Bild

Panamericana - diese Route spukt schon seit meinem 18. Geburtstag in meinem Kopf. Dabei geht es nicht um das reine Abfahren sondern um das Entdecken des Kontinents. Nun, kurz vor meinem 60. Geburtstag wird dieser Traum tatsächlich Wirklichkeit.Den Job beendet und die lange Suche nach einem geeigneten Fahrzeug wurde belohnt - der Unimog ist startklar und hat sich auf der Testreise 2014 auf Island bestens bewährt. Jetzt kann es mit friends und family im Mai 2015 endlich losgehen. D.h. ich bin immer an Bord, die Crew wird wechseln und es gibt auch Strecken auf denen ich alleine unterwegs bin.

Freitag, 23. September 2016

Nach dem Ausflug an die Laguna Paron  ging es dann am nächsten Tag zur Laguna Llanganuca. Auf dem Weg dorthin hatte ich Probleme mit der Kühlflüssigkeit, füllte nach und es kam gleich wieder alles über den Überlauf zurück. Also zurück nach Caras und am nächsten Tag in die Werkstatt. Zuvor hatte ich noch mit meiner Werkstatt in Wangen Kontakt aufgenommen und eine Ferndiagnose bekommen, die vor Ort bestätigt wurde: Zylinderkopfdichtung des Luftkompressors defekt, zusätzlich müssen Rückschlagventil und Trocknerpatrone ausgetauscht werden. Zylinderkopfdichtung ibt es in Lima und wird per Bus geliefert,Trocknerpatrone habe ich dabei und das Rückschlagventil muss von D aus nach Peru gesandt werden. Ich lasse es mir an einen Campingplatz in Cusco senden.Hoffentlich klappt es!! Bis dahin wird das alte Ventil ausgebaut, komplett gereinigt und hält hoffentlich. Bis das Ersazteil aus Lima kommt verbringe ich einige Nächte in der Werkstatt, denn der Mog ist nicht mehr fahrbereit.
Nachdem alles geklappt hat, insgesamt fünf Werkstatttage, fahre ich nochmals zur Laguna Llanganuca, mache eine Wanderung zur wunderschönen Laguna 69 und dann weiter nach Huaraz und den NP Huarascan zur Cordillera Blanca, wo ein 6000er nach dem anderen steht. Neuer Höhenrekord für den Mog mit 4.837m, für mich 5005m. Auf der Fahrt entdecke ich Bromelien, die mit den Ananas verwandt sind und bis zu 10m hoch werden können. Und sie blühen, das kommt nur alle 80 Jahre vor. Glück gehabt.  Über unglaublich einsame, raue und anspruchsvolle Pisten und Landschaften über Huanco nach Huancayo. Dort besuche ich Clemencia und Jürgen, die hier die Patenschaft für ein Waisenhaus übernommen haben. Es sind alles Mädchen, zum grössten Teil mit Missbrauchshintergrund. Trotzdem werde ich gleich als Papito angenommen und muss alle morgens und abend abbusseln. Die Zustände sind für unsere Verhältnisse immer noch schlimm, es gibt unglaublich viel zu tun und das ist es auch wert. Die Kinder sind unglaublich dankbar und haben es immer noch wesentlich besser, als zu Hause. Leider habe ich von Jürgen die Kontonummer für Spenden noch nicht erhalten, werde sie aber das nächste mal veröffentlichen. Wer mal was richtig Gutes tun will ist hier auf jeden Fall richtig. SPENDENBESCHEINIGUNG GIBT ES AUCH!!!
Auf der Route von und nach Ayacucho sind wieder mehrere Pässe von über 4500m zu bezwingen, bevor Nazca mit seinen magischen Linien und Bildern erreicht wird. Vom Aussichtsturm ist da nicht viel zu sehen. Ich übernachte an dem kleinen Flugplatz und am nächsten Tag geht es mit einer Cessna zu einem 45minütigen Flug. Von hier oben hat man einen tollen Überblick, leider nicht bestes Fotolicht. Anschliessend zum nahegelegenen Mumienfriedhof von Chauchilla, bevor endlich mal wieder der Pazifik erreicht wird. Die Panamericana führt durch tolle Wüstenlandschaften und für mich gibt es endlich wieder mal Fisch und Shrimps. Durch den Humboldtstrom ist es hier auch gar nicht mehr heiss, sogar kühler als im Hochland. Doch die Küste ist nur eine kurze Episode - es geht wieder hinauf Richtung Arequipa, vor der Stadt biege ich aber zu den Petroglyphen von Toro Muerto ab und übernachte dort. Am nächsten Tag weiter ins absolut einsame Hochland. Ich habe schon Rückenschmerzen vom vielen "kurbeln" kund meinen angeknacksten Rippen tut die Piste auch nicht gut. Egal, die Landschaft entschädigt. Nachdem ich einen 270Grad Kreis gefahren bin erreiche ich den Canyon del Colca. Hier steigen täglich die Kondore in der morgendlichen Thermik auf und fliegen im Abstand von 5m über einen hinweg.
So, jetzt aber endlich nach Cusco - mittlerweile sehne ich mich schon nach Asphalt, muss darauf aber noch etwas verzichten, weil ich eine Abzweigung verpasst habe. Das kostet mich nochmals über 100km gemeine Piste. Passiert halt bei eine One- man-show. Zu allem Überfluss kann ich plötzlich nicht mehr von der ersten in die zweite Schaltgruppe schalten, habe also nur die Gänge 1-4 zur Verfügung. In Flachstücken und bergab ging es dann wieder, muss aber vor den anspruchsvollen Pisten in Bolivien gecheckt werden. Da bin ich schon froh, dass ich mir immer eine Ferndiagnose von Herrn Hespeler von der Fa. Wohlgschaft in Wangen holen kann.
Bevor ich nach Cusco fahre fülle ich an einem Wasserfall noch meine Wasservorräte auf, zum Glück ist die Giesskanne dabei. Durch die Trockenheit hier ist  die Wasserversorgung schon ein Thema.
Auf dem CP in Cusco treffe ich Alexandra und Christoph wieder,  die ich mit ihrem VW-Bully zuletzt in Cuenca getroffen habe.
So jetzt gehts ans organisieren des Ersatzteils, die Schaltung des Mogs muss auch überprüft werden und erst danach darf ich nach Macchu Picchu.
Auf dem Weg zur Laguna Llaganuca







Wanderung zur Laguna 69


Laguna 69



Blick auf Cordillera Blanca


Riesenbromelien








Mumien von Chauchilla






Der Kolibri in Nazca

Anbau im Colca Canyon




Im Gespräch mit anderen Reisenden habe ich festgestellt, dass ich die gleichen "Probleme" habe: die Aktualisierung des Blogs ist echt Arbeit und an der Anzahl der Seitenaufrufe sehe ich, dass er durchaus gelesen wird. Ich würde mich schon über das eine oder andere Feedback freuen - egal ob über die Blogseite oder whatsapp.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen