Die Crew

Mein Bild

Panamericana - diese Route spukt schon seit meinem 18. Geburtstag in meinem Kopf. Dabei geht es nicht um das reine Abfahren sondern um das Entdecken des Kontinents. Nun, kurz vor meinem 60. Geburtstag wird dieser Traum tatsächlich Wirklichkeit.Den Job beendet und die lange Suche nach einem geeigneten Fahrzeug wurde belohnt - der Unimog ist startklar und hat sich auf der Testreise 2014 auf Island bestens bewährt. Jetzt kann es mit friends und family im Mai 2015 endlich losgehen. D.h. ich bin immer an Bord, die Crew wird wechseln und es gibt auch Strecken auf denen ich alleine unterwegs bin.

Montag, 23. Mai 2016

Mit Jürgen und Clemencia treffe ich mich ca. 45 km vor der Grenze nach Panama. Sie haben einen Stellplatz an einem kleinen Hotel direkt am Meer. Ab hier werden wir unsere Reise erst einmal zusammen
 fortsetzen und das Projekt Verschiffung nach Kolumbien ge-
meinsam angehen. Dabei profitiere ich natürlich von ihren perfekten Spanischkenntnissen.

An einem regnerischen Samstag reisen wir an einem kleinen Grenzübergang an der Karibikseite nach Panama  ein. Es wäre eigentlich ganz flott gegangen, hätte das
Versicherungsbüro auf Panamaseite auch geöffnet gehabt. So marschieren Jürgen und
ich nochmals über den Grenzfluss und schliessen die Versicherung in Costa Rica ab.
Dann geht's durch üppigen Regenwald auf die Pazifikseite weiter. Und dort empfängt
uns wieder mal das Tropenklima. Heiss und feucht, in der Nacht kühlt es nicht unter 30
Grad ab. Schlaf nur etappenweise und ich sehne mich schon nach einer Waschmaschine, um die Bettwäsche wieder mal zu waschen. Zum Glück haben wir in Panama City ein
Hotel gebucht, endlich mal ein klimatisiertes Zimmer.

Auf der Fahrt nach PC bessere ich dann auch noch das Monatsgehalt eines Polizisten auf,
der mich wegen angeblicher Geschwindigkeitsüberschreitung herauswinkt. Jawohl, ich bin
80 km/h gefahren, so wie alle - aber ich bin der einzige auf dessen Auto Alemania steht, also ein Opfer. Sehr freundlich wird mir erklärt, dass die Bearbeitung viel Zeit dauern kann.
Nachdem unsere Termine alle bereits stehen, zahle ich zähneknirschend die geforderten
50 USD, natürlich ohne Quittung. In Mexiko habe ich immer mit so etwas gerechnet, hier
allerdings nicht mehr.

Schließlich überqueren wir die Punta de lasAmericas,  eine eindrucksvolle Brücke über die Hafeneinfahrt Panamas. Unser Hotel ist nicht weit entfernt, die Fahrzeuge können wir
im grossen Hof abstellen. Kühles Zimmer, Wasser ohne Ende, Pool und wieder zuverlässiges wifi -  einfach Luxus nach der langen Zeit im Mog.

Der Verschiffungstermin ist bereits am 24.5, die Fahrzeuge müssen wir am 20.5. in Colon,
80 km entfernt, abgeben. Davor noch das Vorführen bei der Polizeiinspektion. Hier wird mit
Interpol abgecheckt, ob der Mog nicht gestohlen ist. Die Bestätigung gibts dann am Nachmittag.

Jetzt muss der Mog noch seefertig gemacht werden. Also alles aus dem Fahrerhaus das man nach der Ankunft in Colon noch haben möchte in die Wohnkabine verfrachten, denn
die kann abgeschlossen bleiben. Das Fahrerhaus bleibt leider offen, denn ich darf den Mog
nicht selbst auf das Schiff fahren. So funktioniert das bei "roll on - roll off". Danach noch eine Gebrauchsanweisung für den Mog schreiben, denn die Schaltung ist etwas kompliziert. Hier bin ich Clemecia richtig dankbar, denn sie übersetzt mir das perfekt,
so dass ich etwas beruhigter bin.

Am 20.5. fahren wir früh nach Colon um die Verschiffung zu erledigen. Im Büro der
Reederei angekommen, gibt es erst mal die erste handfeste Überraschung. Unsere
bill of lading, die wir extra von der Agentin Tea Kalmbach machen liessen ist nicht korrekt.
In der steht, dass in den Fahrzeugen alles zum täglichen Leben enthalten ist - darf aber nicht sein. Man erklärt uns, dass die Reederei keine Fähre ist und dieser Frachtbrief nicht akzeptiert werden kann. Prima, wir haben hier kein Internet, Tea ist nicht erreichbar - was nun. Schließlich schreibt die Reederei unsere Kontaktperson in Kolumbien an, die dann endlich eine neue bol per email sendet. Adrenalin pur, das war das erste Mal, dass ich
gedacht habe, es geht nicht weiter. Das ganze hat uns zwei Stunden gekostet. Unsere
Reisebekanntschaften Olaf und Mirt aus Holland und Jan mit Marita aus der Schweiz können jetzt, als wir beginnen, schon ihre Fahrzeuge abgeben. Nachdem wir von der Reederei den begehrten Stempel erhalten haben, müssen wir wieder 2,5km zurück zum
Zoll. Hier wird das Fahrzeug offiziell ausgeführt und auch im Pass wieder ausgetragen.
Wichtig, denn wir fliegen ja und mit eingetragenem Fahrzeug wäre das fatal. Danach wieder
zurück zur Kasse um Hafengebühren zu zahlen. Hier will die Dame dann von mir ein Originaldokument, das aber bereits bei der Duana ist. Zum Glück stempelt mir die Zollbeamtin im Nachbarbüro die Kopie und macht sie somit zum Original. Wir waren heute
schon mal bei ihr und sie konnte sich noch an uns erinnern. Kein Wunder.

So jetzt Fahrzeuge am Kai abliefern. Dort zuerst Inspektion, also alle Schränke auf. Dann
sagt der Beamte noch etwas von perro. NEIN, ich habe keinen Hund. Ach so, den Drogenhund will er bringen, ob ich was dagegen habe? Nein, natürlich nicht. Also schnüffelt
der Hund auch noch überall und fällt dann aus dem Unimog - hat sich wohl in der Höhe vertan. Tja und dann warten wir noch 1 1/2 Stunden auf die Jungs mit der Kamera, die bereits vorhandene Schäden dokumentieren sollen.

Kurz vor 16.00 Uhr geben wir die Schlüssel ab, bekommen die Empfangsbestätigung und
fahren mit dem Taxi zum Busbahnhof. Dort fährt auch gleich ein Bus ab, leider kein Expressbus. Dafür mit 3,75 USD (Panamas Währung ist an den USD gekoppelt) billig. Nachdem wir am Busbahnhof ein Taxi genommen haben stehen wir auch noch eine Stunde
in der rush hour. Clemencia hat sich schon Sorgen gemacht und wartet am Hoteleingang auf uns. Die Margaritha und das Bier zum Abendessen waren hochverdient!!!!

An unserem letzten Panamatag haben wir uns dann noch ein Auto gemietet und sind zu den Schleusen bei Miraflores gefahren. Must see - sehr eindrucksvoll wenn die Riesenschiffe mit nur Zentimetern Abstand zur Schleusenmauer durchfahren.

Mittlerweile sind wir in Cartagena angekommen, man glaubt es kaum aber es ist tatsächlich noch heisser hier. Die Besichtigung vom Centro Historico ist schon fast Arbeit.
Die nächsten Tage werde ich wohl am Strand und am Pool verbringen. Vor Freitag dem 27.5. rechne ich nicht mit der Auslieferubg von Big Blue.






                                                         Karibikküste von Costa Rica
Ich weiss nicht wie du heisst, aber du bist giftig
Regenwald Panama



Centro Historic Cartagena


Nicht Miami sondern Cartagena Bocagrande, hier wohne ich

Punta de las Americas, Panama
Panamakanal

.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen