Die Crew

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Panamericana - diese Route spukt schon seit meinem 18. Geburtstag in meinem Kopf. Dabei geht es nicht um das reine Abfahren sondern um das Entdecken des Kontinents. Nun, kurz vor meinem 60. Geburtstag wird dieser Traum tatsächlich Wirklichkeit.Den Job beendet und die lange Suche nach einem geeigneten Fahrzeug wurde belohnt - der Unimog ist startklar und hat sich auf der Testreise 2014 auf Island bestens bewährt. Jetzt kann es mit friends und family im Mai 2015 endlich losgehen. D.h. ich bin immer an Bord, die Crew wird wechseln und es gibt auch Strecken auf denen ich alleine unterwegs bin.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Ich habe schon zu Beginn der Reise entschieden, dass ich mich in Zentralamerika nicht sehr lange aufhalten werde und auch diesem Grund auch keine Reiseführer mitgenommen. Die weiterhin anhaltende Hitze bestärkt mich in dieser Entscheidung. Trotzdem lassen sich
Honduras und Nicaragua nicht im Schnelldurchgang durchfahren. Am späten Nachmittag eines langen Fahrtags in Honduras dann auf einmal ein schreckliches Kreischen der An- riebsriemen. Anhalten Motorhaube auf - der Schlauch vom Kühlmittelbehälter hat sich aus seiner Befestigung gelöst und ist in einen der Ventilatoren geraten. Das austretende Kühlmittel hat auf den Riemen das Geräusch verursacht. Jetzt schlägt wieder einmal die
Stunde des Panzertapes. Damit und mit Kabelbindern schließe ich das Leck notdürftig.Zum Glück finde ich nach ca. 25 km eine Lkw-Werkstatt. Ich fahre auf den Hof, zeige den Jungs mein Problem, einer steigt gleich in sein Auto und kommt 20 Minuten später mit dem passenden Schlauch zurück. Nach einer guten halben Stunde bin ich schon wieder vom Hof - und das für ca. 7 Euro - inklusive ordentlichem Trinkgeld.

Die Grenzübertritte sind immer mühsam, unter zwei Stunden geht gar nichts. Bei der Einreise nach Nicaragua habe ich zwei Busse mit Schülern vor mir, die alle an der Migracion anstehen. Da ist wirklich Geduld angesagt!!!!

Dieses Jahr ist es in Zentralamerika extrem trocken und, sagte ich es schon ?, heiss.Die Landschaft gibt nicht viel her, so muss es Granada, eine sehr schöne Kolonialstadt eben
rausreissen. Bei der örtlichen Feuerwehr kann ich im Hof  übernachten und das Städtchen erkunden. Endlich mal wieder eine nette Fussgängerzone in der es Drinks und gutes Essen gibt. Allerdings - die Hitze in der Nacht bleibt. Also weiter ans Meer in der Hoffnung auf eine
abkühlende Brise - Fehlanzeige. Nach einer Nacht am Meer fahre ich entnervt weiter, ich will nur noch ein etwas angenehmeres Klima. Der Grenzübertritt nach Costa Rica erweist sich als der schlimmste aller bisherigen. Extrem unfreundlich und umständlich. Und nachdem ich den sich aufdrängenden Helfern sicher keine 80 USD für ihre Hilfe bezahle dauert es eben. Auch das ist pura Vida, der Werbespruch Costa Ricas.

Als ich dann am späten Nachmittag kurz hinter der Grenze auf die Finca Canas Castilla, die
von einem  Schweizer Ehepaar geleitet wird, ankomme wird alles anders. Agi und Guido sind sehr nett und haben ein Herz für Overlander. Und dann treffe ich auch noch Michi und Karo wieder, die  wir zuletzt in Palenque getroffen haben. Und seit langer Zeit kann ich wieder mal bei angenehmeren Temperaturen schlafen. In den Bäumen tummeln sich die
Affen, im Fluss schwimmt das Krokodil und alles ist grün.

Mit Michi mache ich aus, dass wir uns am Arenalsee wieder treffen. Als ich am übernächsten Tag bei der dortigen German Bakery aufschlage sind die beiden auch
gerade da. Bei Thomas, einem Freund von Wolfgang Hannes aus Lindau, gibt es erst mal
Weissbier, Schnitzel und Kartoffelsalat. Teuer aber gut. Und natürlich Schwarzbrot und
Leberwurst. Erst jetzt merke ich, dass ich das schon vermisst habe.

Wir bleiben zwei Tage am See und ziehen dann zu einem 45 km entfernten Thermalbad
am Vulkan Arenal weiter. Nach zwei weiteren netten Tagen gehen wir dann wieder getrennte Wege.
Auf dem Weg ins zentrale Hochland mache ich einen Abstecher zum Vulkan Irazu. Als ich dort auf 3250m Höhe übernachte, muss ich doch tatsächlich die warme Bettdecke wieder holen. Danach geht es weitet ins Orosi Hochtal, das auf 1300m liegt. Sehr schön gelegen und gut um etwas zu wandern. Aber irgendwann ist es so weit und ich muss wieder von
der Höhe herunter. An der wunderschönen Karibikküste wird es natürlich wieder heiss und schwül - pura vida.

Die letzten Übernachtungsplätze habe ich immer danach ausgesucht, ob es auch wifi gibt. Das organisieren der Verschiffung nach Kolumbien ist schon recht aufwändig. Die Reederei will ständig neue Angaben,  die zur Erstellung der Verschiffungspapiere eingeschaltete Agentin ebenfalls. Und dann bin ich auch noch mit Jürgen und Clemencia in Kontakt, die noch etwas hinter mir sind. Wir wollen ja gemeinsam verschiffen. Übermorgen werden wir uns treffen und dann alles weitere besprechen. Der Verschiffungstermin 25.5. Steht wohl,
allerdings müssen wir die Fahrzeuge spätestens am 20.5. abgeben.
Die zu Beginn der Reise kahlen Bäume explodieren förmlich


Ich habe wohl kein Monopol auf Mango zum Frühstück
I
Canas Castillas,  ein kleines Paradies


Kaffeeplantage

Bananen Monokultur
Vulkan Arenal
Vulkan Irazu
Hier wächst alles - überall

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