Es geht wieder los!!!!

Nach zwei wundervollen Jahren 2015-2017 auf der Panamericana mit grandiosen Landschaften und phantastischen Menschen gehen die Planungen wieder los. Die vergangenen zwei Jahre vergingen mit nicht "blogwürdigen" Reisen nach Frankreich und Skandinavien.
Jetzt also der nächste große Traum: Mongolei und die Seidenstraße

Freitag, 23. September 2016

Nach dem Ausflug an die Laguna Paron  ging es dann am nächsten Tag zur Laguna Llanganuca. Auf dem Weg dorthin hatte ich Probleme mit der Kühlflüssigkeit, füllte nach und es kam gleich wieder alles über den Überlauf zurück. Also zurück nach Caras und am nächsten Tag in die Werkstatt. Zuvor hatte ich noch mit meiner Werkstatt in Wangen Kontakt aufgenommen und eine Ferndiagnose bekommen, die vor Ort bestätigt wurde: Zylinderkopfdichtung des Luftkompressors defekt, zusätzlich müssen Rückschlagventil und Trocknerpatrone ausgetauscht werden. Zylinderkopfdichtung ibt es in Lima und wird per Bus geliefert,Trocknerpatrone habe ich dabei und das Rückschlagventil muss von D aus nach Peru gesandt werden. Ich lasse es mir an einen Campingplatz in Cusco senden.Hoffentlich klappt es!! Bis dahin wird das alte Ventil ausgebaut, komplett gereinigt und hält hoffentlich. Bis das Ersazteil aus Lima kommt verbringe ich einige Nächte in der Werkstatt, denn der Mog ist nicht mehr fahrbereit.
Nachdem alles geklappt hat, insgesamt fünf Werkstatttage, fahre ich nochmals zur Laguna Llanganuca, mache eine Wanderung zur wunderschönen Laguna 69 und dann weiter nach Huaraz und den NP Huarascan zur Cordillera Blanca, wo ein 6000er nach dem anderen steht. Neuer Höhenrekord für den Mog mit 4.837m, für mich 5005m. Auf der Fahrt entdecke ich Bromelien, die mit den Ananas verwandt sind und bis zu 10m hoch werden können. Und sie blühen, das kommt nur alle 80 Jahre vor. Glück gehabt.  Über unglaublich einsame, raue und anspruchsvolle Pisten und Landschaften über Huanco nach Huancayo. Dort besuche ich Clemencia und Jürgen, die hier die Patenschaft für ein Waisenhaus übernommen haben. Es sind alles Mädchen, zum grössten Teil mit Missbrauchshintergrund. Trotzdem werde ich gleich als Papito angenommen und muss alle morgens und abend abbusseln. Die Zustände sind für unsere Verhältnisse immer noch schlimm, es gibt unglaublich viel zu tun und das ist es auch wert. Die Kinder sind unglaublich dankbar und haben es immer noch wesentlich besser, als zu Hause. Leider habe ich von Jürgen die Kontonummer für Spenden noch nicht erhalten, werde sie aber das nächste mal veröffentlichen. Wer mal was richtig Gutes tun will ist hier auf jeden Fall richtig. SPENDENBESCHEINIGUNG GIBT ES AUCH!!!
Auf der Route von und nach Ayacucho sind wieder mehrere Pässe von über 4500m zu bezwingen, bevor Nazca mit seinen magischen Linien und Bildern erreicht wird. Vom Aussichtsturm ist da nicht viel zu sehen. Ich übernachte an dem kleinen Flugplatz und am nächsten Tag geht es mit einer Cessna zu einem 45minütigen Flug. Von hier oben hat man einen tollen Überblick, leider nicht bestes Fotolicht. Anschliessend zum nahegelegenen Mumienfriedhof von Chauchilla, bevor endlich mal wieder der Pazifik erreicht wird. Die Panamericana führt durch tolle Wüstenlandschaften und für mich gibt es endlich wieder mal Fisch und Shrimps. Durch den Humboldtstrom ist es hier auch gar nicht mehr heiss, sogar kühler als im Hochland. Doch die Küste ist nur eine kurze Episode - es geht wieder hinauf Richtung Arequipa, vor der Stadt biege ich aber zu den Petroglyphen von Toro Muerto ab und übernachte dort. Am nächsten Tag weiter ins absolut einsame Hochland. Ich habe schon Rückenschmerzen vom vielen "kurbeln" kund meinen angeknacksten Rippen tut die Piste auch nicht gut. Egal, die Landschaft entschädigt. Nachdem ich einen 270Grad Kreis gefahren bin erreiche ich den Canyon del Colca. Hier steigen täglich die Kondore in der morgendlichen Thermik auf und fliegen im Abstand von 5m über einen hinweg.
So, jetzt aber endlich nach Cusco - mittlerweile sehne ich mich schon nach Asphalt, muss darauf aber noch etwas verzichten, weil ich eine Abzweigung verpasst habe. Das kostet mich nochmals über 100km gemeine Piste. Passiert halt bei eine One- man-show. Zu allem Überfluss kann ich plötzlich nicht mehr von der ersten in die zweite Schaltgruppe schalten, habe also nur die Gänge 1-4 zur Verfügung. In Flachstücken und bergab ging es dann wieder, muss aber vor den anspruchsvollen Pisten in Bolivien gecheckt werden. Da bin ich schon froh, dass ich mir immer eine Ferndiagnose von Herrn Hespeler von der Fa. Wohlgschaft in Wangen holen kann.
Bevor ich nach Cusco fahre fülle ich an einem Wasserfall noch meine Wasservorräte auf, zum Glück ist die Giesskanne dabei. Durch die Trockenheit hier ist  die Wasserversorgung schon ein Thema.
Auf dem CP in Cusco treffe ich Alexandra und Christoph wieder,  die ich mit ihrem VW-Bully zuletzt in Cuenca getroffen habe.
So jetzt gehts ans organisieren des Ersatzteils, die Schaltung des Mogs muss auch überprüft werden und erst danach darf ich nach Macchu Picchu.
Auf dem Weg zur Laguna Llaganuca







Wanderung zur Laguna 69


Laguna 69



Blick auf Cordillera Blanca


Riesenbromelien








Mumien von Chauchilla






Der Kolibri in Nazca

Anbau im Colca Canyon




Im Gespräch mit anderen Reisenden habe ich festgestellt, dass ich die gleichen "Probleme" habe: die Aktualisierung des Blogs ist echt Arbeit und an der Anzahl der Seitenaufrufe sehe ich, dass er durchaus gelesen wird. Ich würde mich schon über das eine oder andere Feedback freuen - egal ob über die Blogseite oder whatsapp.

Samstag, 27. August 2016

Nach Cuenca führte die weitereStraßenroute über Loja nach Vilcabamba. Dieser Ort ist insoweit bemerkenswert, weil dieses Dorf  statistisch die höchste Lebenserwartung weltweit hat.
Ob ein Kurzaufenthalt was bringt ist nicht bekannt.  Wegen Zahnschmerzen musste ich hier zum Zahnarzt - die Entzündung konnte aber mit Antibiotika behandelt werden. Nach diesem Zwangsaufenthalt, in allerdings idyllischer Landschaft, gings dann endlich Richtung Peru weiter. Zuerst auf gut ausgebauter Straße, dann immer enger und schließlich auf Piste durch den Regenwald bis zur Grenze. Die zu bewältigenden Höhenunterschiede sind immens. Eben noch auf 4100m, dann geht's auf 2000, wieder auf über 3000 und bei Balsas zur Flussüberquerung auf 500m,Aus-und  Einreise ging zügig, lediglich der Beamte in Peru verzögerte das ganze, weil er mich immer wieder fragte ob er alles richtig eingegeben hat. Aber das ist schon in Ordnung so, bevor es bei der Ausreise dann Probleme gibt.
Über Jaen nach Chachapoyas, dort in der Nähe ist die Inkafestung Kuelap und die Goca-wasserfälle, die mit 772 zu den zehn grössten weltweit zählen. Ab hier begann dann auch wieder Mogland. Enge, steile Straßen mit Abbrüchen und dazu quer über die Anden anspruchsvolle staubige Pisten. Allrad und ein Dieselverbrauch jenseits der 30 Liter. Leider sind die Schlaraffenland Ecuadorpreise mit 0,32€ Geschichte. Hier kostet der Diesel 0,95€.Übernachten ist hier problemlos,  meistens stehe ich frei in grossartiger Landschaft oder auch einmal auf dem Dorfplatz,  wo ich die grosse Attraktion bin.
So langsam sehne ich mich nach einer normalen asphaltierten Straße,  nicht zuletzt weil ich gestürzt bin und mir 1-2 Rippen angeknackst habe. Im Moment habe ich schon eine tolle Serie.
An der Laguna Sausachocha übernachte ich, mache noch Fotos im Morgenlicht und fahre dann zur Festung Huamachuco weiter. Als ich aussteige fehlt die Kamera!!! Hab ich doch tatsächlich am See liegen gelassen - nur weil ich mir eingebildet habe, ein Selfie machen zu müssen. In Rekordzeit die 20 km, zum Glück nur 20km,zurück. Als ich die Kamera an der gleichen Stelle liegen sehe, bin ich nur noch glücklich und ärgere mich über mich selber.

Es geht wieder über Piste bis ich am Canon del Pato angelangt bin, einer ehemaligen Eisenbahntrasse mit 39 Tunnels durch eine enge Schlucht. Schließlichbin ich am Campingplatz von Caraz angelangt mit kompletter Infrastruktur. Hier lerne ich
Janine und Oliver,zwei Schweizer, kennen mit denen ich am nächsten Tag einen
Ausflug zur Laguna Paron auf 4150m Höhe unternehme.
Der folgende Tag ist für Putz- und Aufräumarbeiten reserviert. Ausserdem kommt  die
dicke Bettdecke sowie der Schlafsack wieder raus. Ab jetzt werden die Nächte wieder
kühler werden.


Auf dem Weg nach Peru durch den Regenwald

Im Grenzgebiet auf Piste

Grenzübergang

Bis in grösste Höhen wird bewirtschaftet

Festung Kuelap



Sie sind wieder da, auch auf einsamen Passstrassen

Verkaufsregale

Übers Hochland jenseits der 4000m

Keine Fe lszeichnunge  - Strasse

Canon del Pato - die Entenschlucht

Laguna Paron mit dem Paramount-Film Berg


Montag, 8. August 2016

Es waren schöne Tage auf Sommerwind mit netten Mitreisenden, die ich hoffentlich unterwegs wieder treffen werde . Karin und Horst, Axel und Erika, Wilma, Markus von Condor Tours in Ulm.
Bei Cayambe war es dann soweit, ich bin endgültig auf der Südhalbkugel angekommen:
Äquatorüberquerung!!! Auf dem Schiff gibts ne Taufe - über die Mog-Gebräuche konnte ich bisher nichts recherchieren.
Den frisch gewaschenen Mog habe ich mir gleich mal wieder auf der Fahrt ins Cayambe Ecological Reserve eingesaut. 44 km Piste bei Regen und Nebel bis auf 3800m - und die
Termas in Oyacachi hatten auch nicht alle Becken geöffnet, waren aber sehr angenehm.
Auf der Straße der Vulkane südwärts zum Cotopaxi, leider verhüllt. Wegen Ausbruchsgefahr darf man nicht bis zum Refugio hoch, am Hochtal ist Schluss. So bleibt
es bei einer Wanderung um die Lagune. Im NP darf man nicht übernachten, also stelle ich mich vor den Parkeingang. Hier treffe ich Martin aus Dinkelsbühl, der mit seiner KTM schon
seit drei Jahren in Südamerika unterwegs ist. Nach einem gemeinsamen Frühstück fahre ich über eine schöne Piste zum LagoQuiltoa auf 3600m. In einer anspruchsvollen Wanderung kann der See umrundet werden, was ich schließlich auch getan habe.Über Latacunga und Ambato bin ich wieder einmal bei dichtem Nebel unterwegs. Plötzlich reisst es auf und der Chimborazo steht mit seiner ganzen Pracht vor mir. Übernachtung am Parkeingang - weiter hinauf darf ich nicht, es ist schon zu spät. Aber immerhin bin ich hier
schon auf 4200m. Am nächsten Tag dann hinauf bis zum Endpunkt der Piste und dann zu Fuß nochmals 400m bis ich auf 5200m bin. Gigantische Landschaft!!!!!
Im Gegensatz zu mir ist der Mog wohl höhenkrank und springt extrem schlecht an - hier muss ich noch was unternehmen.
In Salinas kann ich an der dortigen Käserei übernachten und kaufe Gouda,Tilsiter,Gruyere und Emmentaler ein. Um das ganze noch perfekt zu machen, gibt es hier auch eine Schokoladenfabrik.
Von Guaranda geht es über eine traumhafte Piste nach Cajamba und Guamote. Hier besuche ich noch den Markt bevor es nach Alausi weitergeht. Dort fahre ich mit dem Zug zur Narriz del Diablo, der Teufelsnase. Die Bahnstrecke ist komplett in den steilen Berg gesprengt worden. Danach fahre ich noch nach Ingapirca, der besterhaltenen Inkaausgrabungsstätte Ecuadors. Hier treffe ich Markus von Condor Tours. Er ist mit einer
neuen Gruppe unterwegs. Eine Schweizer Familie mit neun Personen. Eltern,Kinder+Partner. Wir besichtigen noch die Ruinen zusammen, bevor sie nach Cuenca
weiterfahren - ich übernachte vor Ort und fahre erst morgen in die viertgrößte Stadt Ecuadors.
Dort bin ich auf dem Weg in die Stadt auch prompt von einem Hund gebissen worden. Das ging extrem schnell. Erstmal war ich über meine Tollwutimpfung froh. Mal schauen inwieweit der Wadelbeisser meine Aktivitäten einschränkt. Heute schreib ich jedenfalls schon mal den Blog und bleibe am Mog.

Cotopaxi leider verhüllt

Lago Quiltoa



Chimborazo

Vizcunas am Chimborazo


Milchanlieferung bei der Käserei

Piste von Guaranda nach Cajabamba

Markt im Gleisdreieck von Guamote




Welches schmeckt am besten??


Ingapirca

Donnerstag, 28. Juli 2016

Am 22.7.ging der Flug wieder zurück nach Ecuador. Der Abholservice von meinem Hostal in Quito funktionierte prima und am Samstag früh habe ich mich von einem Taxi an die Hauptstraße fahren lassen,  um einen Bus nach Ibarra anzuhalten. Soweit die Theorie. Leider hielt kein einziger Bus an, sie waren bereits alle vol belegt. Schließlich konnte ich mit einem ecuadorianischen Leidensgenossen bei einem Sattelschlepper als Anhalter mitfahren. Allerdings nur bis Otavalo, von dort dann mit dem Bus und Taxi zur Finca Sommerwind. Der Mog stand unbeschadet da, lediglich die Hinterreifen hatten wenig Luft. Der Platz war gut mit anderen Overlandern belegt, so dass die Zeit mit vorstellen und Erfahrungsaustausch verflog.
Die nächsten Tage standen Servicearbeiten an: Reifenwechsel - die zwei neuen Reifen die ich hatte kamen nach vorn, die vorderen gegen die Fahrtrichtung gewechselt nach hinten und die alten hinteren sind jetzt meine Reservereifen. Sollte bIs zum Ende der Reise halten.
Dann Ölwechsel an der Vorderachse  und schließlich musste ich noch meine undichte Winsch reparieren lassen. Nach einer Mog Komplettwäsche bin ich jetzt endlich reisefertig und kann weiter nach Süden fahren.
Zwischendrin ging wenigstens noch eine 14 km Wanderung um den Kratersee der Laguna Cuicocha. Zwar erst auf 3400m, aber zum Eingewöhnen gerade richtig.